Zecken – allein das Wort verursacht bereits bei vielen Hundehaltern Gänsehaut.

Jetzt, wo die Temperaturen steigen und wir mit unseren Lieblingen wieder vermehrt Zeit draußen verbringen, ist es sinnvoll, sich mit den kleinen Blutsaugern auseinanderzusetzen.

Deshalb erklären wir dir heute, warum Zecken gefährlich für deinen Hund sein können und wie du ihn am besten schützt.

Zecken – mehr als lästige Plagegeister

In Deutschland kommt vor allem der Holzbock (Ixodes ricinus) und die Buntzecke vor. Seltener ist die Braune Hundezecke.

Zecken werden ab einer Temperatur von ca. 7 °C aktiv. Im Winter verfallen sie in eine Art Winterstarre und überleben sogar tiefe Minustemperaturen. Ist der Winter besonders mild, kann es sogar sein, dass sie das gesamte Jahr über aktiv bleiben.

Nach wie vor hält sich hartnäckig das Gerücht, dass Zecken auf Bäumen lauern und sich fallen lassen, wenn sie einen Wirt wittern.
Das ist aber definitiv falsch. Richtig ist, dass sie bevorzugt auf Grashalmen oder auf Sträuchern sitzen und darauf warten, dass ein passendes Opfer an ihnen vorbeiläuft. Dann klammern sie sich mit ihren Beinchen sekundenschnell an ihrem Opfer fest und suchen dort nach der idealen Stelle für die Blutmahlzeit (vor allem Achseln, Leiste, Kopf, Ohren oder auch Genitalbereich).

Da Zecken einen Stechapparat besitzen, spricht man korrekterweise vom Zeckenstich und nicht vom Zeckenbiss.

Zecken erkennen ihre Opfer übrigens mit den Tasthaaren und einem speziellen Organ, dem Haller’schen Organ. Über das Haller’sche Organ können sie Geruch, ausgeatmetes CO² und Körperwärme ihrer Opfer wahrnehmen und sich dann ideal darauf vorbereiten.

Leider können Zecken potenzielle Krankheitserreger in sich tragen.
Diese können beim Zeckenstich auf den Hund übertragen werden und dort zur Erkrankung führen.

Beim Hund können Zecken folgende Krankheiten verursachen:

  • Anaplasmose
  • Borreliose
  • Babesiose
  • Ehrlichose
  • FSME (Frühsommer-Meningoenzephalitis)
  • Hepatozoonose (nur Braune Hundezecke)
  • Filariose (nur Braune Hundezecke)


Welche Möglichkeiten gibt es, um den Hund vor Zecken zu schützen?

Grundsätzlich empfiehlt es sich, den Hund während der gesamten Zeckensaison zu schützen.
Als Zeckenschutz stehen dir verschiedene Varianten zur Verfügung:

1) Zeckenschutzmittel vom Tierarzt

Beim Tierarzt kannst du dir verschiedene Mittel gegen Zecken besorgen. Diese gibt es als Tabletten, Halsbänder oder sogenannte Spot-on Präparate, bei denen eine Flüssigkeit direkt auf die Haut aufgetragen wird. Manche dieser Zeckenschutzmittel haben eine sogenannte „repellierende“ Wirkung, welche die Zecke bereits vom Stechen abhalten soll.

Nicht repellierende Mittel wirken erst, wenn die Zecke bereits zugestochen hat.
Wie alle Arzneimittel können auch diese Mittel zu Nebenwirkungen führen, hierüber wird dich dein Tierarzt genauestens aufklären.

Ob dein Hund einen Zeckenschutz vom Tierarzt benötigt, solltest du individuell entscheiden. Wenn du dir unsicher bist, kannst du die Fragen auch mit deinem Tierarzt besprechen.

Genauso wie bei uns Menschen auch gibt es Hunde die weniger attraktiv auf Zecken wirken, während andere Hunde wiederum wahre „Zeckenmagnete“ sind.
Darüber hinaus gibt es in Deutschland je nach Region eine unterschiedliche „Zeckendichte“ und natürlich Risikogebiete.

Wenn du ein Baby oder ein Kleinkind zu Hause hast, das oft und ausgiebig mit eurem Liebling schmust, solltest du den Einsatz chemischer Mittel auch abwägen.
Beim Tierarzneimittel Kompendium der Schweiz kannst du dich über mögliche Nebenwirkungen informieren.

2) „Natürlicher“ Zeckenschutz

Die Wirkung vieler dieser pflanzlichen bzw. natürlichen Stoffe ist zwar wissenschaftlich nicht belegt, trotzdem schwören ganz viele Hundehalter auf sie.

Natürliche Mittel, denen zeckenabwehrende Eigenschaften zugesprochen werden, sind z. B.:

  • Kokosöl
  • Zistrose
  • Knoblauch
  • Bierhefe
  • Schwarzkümmelöl
  • Teebaumöl

So werden beispielsweise die wertvollen Inhaltsstoffe der Zistrose sehr geschätzt. Enthaltene Antioxidantien unterstützen das Immunsystem des Hundes auf natürliche Weise. Darüber hinaus wird dem hohen Gehalt an Polyphenol, Harz und Flavonoiden eine abwehrende Wirkung auf ungebetene Gäste zugeschrieben.
Wissenschaftliche Belege fehlen jedoch.

3) Gründlich Absuchen

Neben einem Zeckenschutz solltest du deinen Hund täglich, am besten nach jedem Spaziergang, auf Zecken untersuchen. Denn wenn du die Zecken gleich entdeckst und entsorgt, können sie sich gar nicht festbeißen und mögliche Krankheitserreger übertragen.

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