Eine Zecke die mit einer Pinzette entfernt wurde.
Eine Zecke die mit einer Pinzette entfernt wurde.

Wie gefährlich sind Zecken für unsere Haustiere?

Wenn das Wetter, so wie die letzten Tage, herrlich warm und sonnig ist, lockt es uns und unsere Lieblinge vermehrt nach draußen. Doch uneingeschränkt kann man den Sommerspaß dann doch nicht genießen. Denn steigen die Temperaturen, werden auch sie aktiv – die Zecken.

Diese kleinen zähen Biester sind dabei nicht nur lästig, sondern auch potenziell gefährlich. Denn sie können verschiedene Krankheitserreger in sich tragen, die sie bei einem Zeckenstich an ihre Opfer übertragen können.

Ein Grund mehr, um genauer hinzuschauen, welche Krankheiten durch Zecken verursacht werden können und wie gefährlich sie für unsere Haustiere sind.

Inhaltsverzeichnis
Grundsätzliches zu Zecken
Zecken können Krankheiten übertragen
Anaplasmose
Borreliose
FSME
Können Katzen und Pferde auch an Krankheiten, die durch Zecken übertragen werden, erkranken?
Was tun, wenn mein Haustier eine Zecke hat?

Grundsätzliches zu Zecken

Zecken gehören zur Gattung der Spinnentiere und leben ausschließlich vom Blut anderer Tiere.
In Deutschland am weitesten verbreitet ist der Gemeine Holzbock (Ixodes ricinus).

Wenn die kleinen Blutsauger ab ca. 6 Grad wieder aktiv werden, klettern sie auf Gräser oder Büsche und warten dort auf ihr nächstes Opfer. Diese erkennt die Zecke durch ein Organ an ihren Vorderbeinen, dem sogenannten Hallerschen Organ. Damit kann sie bestimmte Stoffe aus Schweiß und Atem wahrnehmen.

Zecken können Krankheiten übertragen

Zecken halten sich bevorzugt in Wäldern und Wiesen, aber auch in Parks und Gärten auf. Deshalb gehören neben Wildtieren, auch Hunde, Katzen, Pferde oder wir zu ihren Opfern.

Hat eine Zecke erst zugestochen, können mit dem Speichel verschiedene Krankheitserreger übertragen werden.
Dabei können folgende Krankheiten vom Gemeinen Holzbock an Hunde übertragen werden:

  • Anaplasmose
  • Borreliose
  • FSME (Frühsommer Meningoenzephalitis)

Laut dem Robert-Koch-Institut tragen bis zu 30 % der Zecken Borrelien und 0,1 % bis 5 % aller Zecken FSME Viren in sich.

Aber was steckt hinter diesen Zeckenkrankheiten? Im Folgenden möchten wir dir einen kurzen Überblick über die einzelnen Krankheitsbilder geben:

Anaplasmose

Verursacht wird diese Krankheit durch Bakterien der Gattung Anaplasma. Sie befallen einen Teil der weißen Blutkörperchen. Trotzdem verläuft die Krankheit vielen Fällen ohne jegliche Krankheitsanzeichen. Schwerere Verlaufsformen gehen mit unspezifischen Symptomen, wie hohem Fieber, Müdigkeit, Appetitlosigkeit sowie Lahmheit und Blutungen einher. Durch einen Erregernachweis im Blut kann die Anaplasmose nachgewiesen werden.

Borreliose

Auch diese Krankheit wird durch Bakterien, genauer durch Borrelia burgdorferi verursacht. Bis es zu einer Borreliose mit Krankheitsanzeichen kommt, kann es Monate dauern. Treten Symptome auf, sind diese eher unspezifisch: Fieber, Müdigkeit, Lymphknotenschwellung, mangelnde Bewegungsfreude aber auch Lahmheit, Gelenkschwellung oder seltener neurologische Probleme.

Der Nachweis einer Borreliose ist mitunter schwierig, da ein positiver Antikörper-Nachweis nicht gleichbedeutend mit einer Erkrankung ist. Er sagt lediglich, dass der Hund in der Vergangenheit bereits Kontakt mit Borrelien hatte. Sind Gelenke betroffen oder weiß man genau, wo der Zeckenstich war, kann ein direkter Erregernachweis von diesem Gewebe Klarheit bringen.

FSME (Frühsommer-Meningoenzephalitis)

Diese virale Krankheit wird auch Frühsommer-Meningoenzephalitis genannt. Anders als bei der Borreliose reicht bereits der bloße Stich, um die Infektionserreger zu übertragen. Aber Gott sei Dank, erkranken Hunde nur selten an FSME. Denn selbst, wenn der Hund Kontakt mit einer infizierten Zecke hatte, bedeutet das nicht, dass er daran erkrankt. Ist das Immunsystem intakt, kümmern sich die körpereigenen Abwehrkräfte um die Viren und eliminieren diese. Man geht davon aus, dass diese Tiere anschließend eine Resistenz entwickeln.
Ältere Hunde oder Hunde mit einem geschwächten Immunsystem, z. B. durch Krankheit können jedoch an FSME erkranken. Im Verlauf der Krankheit kommt es zu einer Entzündung der Hirnhäute. Die Hunde zeigen Fieber, Müdigkeit, Krämpfe, Lähmungen, Verhaltensänderungen oder Bewusstseinsstörungen.

Die Gefahr einer Erregerübertragung besteht vor allem in bestimmten Gebieten Deutschlands.
FSME- Risikogebiete sind:

  • Bayern
  • Baden-Württemberg
  • Hessen
  • Rheinland-Pfalz
  • Sachsen
  • Thüringen

Eine detaillierte Karte zu diesen einzelnen Gebieten findest du auf der Seite des Robert Koch Instituts.

Können Katzen und Pferde auch an Krankheiten, die durch Zecken übertragen werden, erkranken?

Insgesamt erkranken Katzen zwar deutlich seltener an Zecken-Krankheiten, aber dennoch können auch für sie Krankheiten, wie Borreliose oder Anaplasmose potenziell gefährlich sein.

Und auch Pferde können an Borreliose oder FSME, wenn auch selten, erkranken.
Dabei gestaltet sich auch beim Pferd der Nachweis einer Borreliose schwierig. Denn Antikörper gegen Borrelien werden relativ häufig bei Pferden festgestellt. Dies bedeutet aber nicht, dass es auch zum Ausbruch der Krankheit kommen muss. Denn nur ein kleiner Teil der infizierten Pferde erkrankt auch wirklich. Außerdem kann die eigentliche Krankheit Tage, aber auch Monate nach der Infektion ausbrechen.

Was tun, wenn mein Haustier eine Zecke hat?

Am besten, so schnell wie möglich entfernen.
Denn üblicherweise werden die potenziellen Krankheitserreger erst nach einigen Stunden übertragen. So werden beispielsweise Borrelien erst nach 16-24 Stunden von infizierten Zecken übertragen.

Deshalb gilt: Je früher die Zecke entfernt wird, desto besser ist es!

Zur Entfernung kannst du eine Zeckenzange, Zeckenkarte oder eine Zeckenschlinge nutzen.

Bei der Entfernung der Zecke, greife diese am besten nahe an der Haut (Kopfbereich der Zecke) und ziehe sie vorsichtig und gleichmäßig nach oben heraus, dies reduziert das Risiko, dass ein Teil der Zecke in der Haut stecken bleibt.
Desinfiziere anschließend die Stelle und beobachte diese einige Tage lang.

Am besten ist es, wenn du vorbeugend einen Zeckenschutz verwendest und gleichzeitig dein Haustier, z. B. nach einem gemeinsamen Spaziergang nach Zecken absuchst.

Wie schützt du denn deinen Hund vor Zecken?


Mehr Lesestoff zum Thema Zecken findest du hier:

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